Produkttest Heval Equestrian NOS Function Stay Dry

1. April 2020 Produkttests
Anne Koch, Landesmeisterin Sachsen im Distanzreiten zur Heval Equestrian Nierendecke NOS Stay Dry:

Im September 2017 bin ich mit der Heval Gründerin Franziska Fahsel auf einem Distanzritt ins Gespräch gekommen. Wir haben uns vor allem über Nierendecken unterhalten. Ich habe ihr gesagt, was meine Stute und ich im Training und Wettkampf vermissen: eine atmungsaktive Nierendecke, die Rücken und Hinterhand vor Nässe und Kälte schützt OHNE beim Pferd einen Hitzestau darunter zu verursachen.

Im Oktober 2018 habe ich, nach vorheriger Beratung durch Franziska Fahsel, das Paket mit einer Testdecke erhalten. Es handelt sich hierbei um eine anatomisch geschnittene wasserdichte Nierendecke aus einem innovativen Hightech-Material mit einer Wassersäule von mindestens > 20.000 [mm] (dauerhaft wasserdicht und guter Atmungsaktivität ≤ 12 [m²Pa/W]) der Premiummarke Heval Equestrian aus Berlin. Diese wurde entsprechend meiner Angaben perfekt an die Pferdegröße und Befestigungselemente unseres Distanzreitsattels angepasst.

*** der Erste Eindruck - Look and Feel ***

Die Decke kam in einem klassischen Anthrazit. Die Schnallen sind Ton in Ton in schwarz gehalten. Schon beim ersten Kontakt, fällt das Leichtgewicht und das geringe Packmaß des Materials positiv auf.

Die Befestigungsriemen am Sattel und Sattelgurt sind mittels innovativer Klettverschlüsse (mikro Häkchen, an denen nichts unerwünschtes haften bleibt) und kleiner Schnallen zu schließen. Die Schnallen lassen sich dank integrierter Magneten sehr leicht öffnen und schließen. Der Schweifgurt ist aus einem elastischen, waschbaren Material. Zusätzlich befindet sich ein abnehmbarer Bauchgurt an der Nierendecke. Auf der linken Seite ziert das filigrane Heval-Logo die Decke und verleiht damit dem sportlichen Design einen edlen Touch. Auf der Unterseite der Decke entdeckt man, dass sämtliche Nähte wasserundurchlässig verschweißt sind.
Alles in allem macht die Decke einen sehr hochwertigen Eindruck. Ich musste dabei an meine hochpreisige dünne Regenjacke denken, die mir schon bei einigen Outdooraktivitäten zuverlässige Dienste geleistet hat und dank des geringen Packmaßes stets zur Grundausstattung gehört.

*** der erste Test am Pferd - Fitting ***
Mit großer Neugier habe ich die Decke auf meine gesattelte Stute aufgelegt. Das federleichte Material hat sie kaum gespürt und durch die glatte Unterseite gab es von ihrer Seite auch kein Unwohlsein durch umgeknickte Haare etc.. Bei Fleecedecken reagiert meine hochsensible Stute auch schon mal panisch, wenn der Stoff am Fell klemmt.
Als nächstes habe ich die Halterungen am Sattelefter und an den Gurtstrupfen befestigt. Alles ließ sich mit Leichtigkeit justieren und saß perfekt. Der elastische Schweifriemen lässt sich easy unter den Schweif ziehen. Den abnehmbaren Bauchgurt habe ich nicht angebracht, da meine Stute in der Vergangenheit auf den Bauchgurt der Orthlieb Wanderreiten-Packtaschen panisch reagiert hatte. Wobei das kein Maß ist. Normal empfindliche Pferde würden den dünnen, kaum spürbaren Gurt mit Sicherheit kaum bemerken.
Der Schnitt ist optimal für meine Araberstute. Die Hinterhand ist optimal eingedeckt, wobei die freie Bewegung von Hinterhand und Schweifrübe gewährleistet ist.

*** Test in Bewegung - Rennbahn, 6 Grad, Windböen und Nieselregen ***
Perfekte Bedingungen für den Test der Nierendecke. Bereits beim Losreiten hat meine sensible Stute die Decke akzeptiert. Durch den Sturm raschelt das Material etwas und bewegt sich durch den Luftzug. Kein Problem für mein Pferd und los geht’s mit dem Warm Up im Schritt durchs Gelände. Die Decke liegt ruhig und geht mit der Bewegung mit. Die Wassertropfen perlen vom Material ab bzw. bleiben als kleine Tröpfchen auf der Oberfläche liegen. 
Weiter geht’s in der Nächsten Gangart. Die Decke beginnt sich durch die Bewegung im Trab im unteren Bereich mehr zu bewegen. Bleibt jedoch an Ort und Stelle und verrutscht nicht. Selbst einzelne Windböen klappen die Seitenteile nicht hoch. Und das obwohl ich keinen Bauchgurt angebracht habe.
Mit einem guten Gefühl beginnen wir mit der Galopparbeit. Im gleichmäßigen Kanter-Galopp bleibt die Decke weiterhin an Ort und Stelle. Schauen wir mal, ob ein höheres Tempo die Decke aus der Form bringt. Nach einigen kurzen Sprints und dem stetig prüfenden Blick nach hinten: alles sitzt perfekt. Zum Abschluss des Trainings hat sich Schweiß am Pferdekörper gebildet. Etwas Schaum am Kopfstück, Vorderzeug und zwischen den Pobacken des Pferdes zeugen von einer intensiven Trainingseinheit. Gespannt steige ich ab, um einen Blick unter die Nierendecke zu werfen. Die Oberfläche der Kruppe ist leicht feucht. Kein Hitze- oder Nässestau, kein Schaum. Ich bin positiv überrascht! Nach dem cool down bringe ich mein Pferd zurück auf den Putzplatz und nehme die Decke ab. Diese ist komplett trocken, riecht nicht und kann somit platzsparend bereit für den nächsten Einsatz verstaut werden.

*** Fazit - unsere Wünsche wurden erfüllt ***
Ich bin positiv überrascht von der Funktionalität der Nierendecke. Sie erfüllt alle Anforderungen an eine atmungsaktive Nierendecke, die zuverlässig vor Feuchtigkeit und Wind schützt und dabei federleicht in Form bleibt. Das Anbringen und Abnehmen ist kinderleicht und auch vom Sattel aus einhändig zu realisieren. Bisher musste ich während des Wettkampfes anhalten, um die Nierendecke abzunehmen. Dank der innovativen Verschlüsse der Heval Decke, kann die Decke blitzschnell entfernt oder durch eine andere ausgetauscht werden. Am Crew Point, kann sich der Trosser die Decke auch selbst abnehmen oder anklicken. Der Einsatz auf Trainings- und Wanderritten sowie beim trostlosen Reiten im Wettkampf ist durch das geringe Packmaß optimal. Die Decke kann problemlos in einer Satteltasche oder einer geräumigen Jackentasche mitgeführt werden.
Zukünftig werde ich bei unbeständiger Wetterlage die Befestigungsbänder mit den innovativen Magnetclips schon vor dem Start am Sattel anbringen, um bei Bedarf ohne unnötigen Zeitverlust die Nierendecke zum Einsatz zu bringen.

*** Was mich besonders überzeugt hat:
  • Regendicht und atmungsaktiv
  • Anatomischer Schnitt
  • Innovative Befestigung 
  • Leichtgewicht 
  • Kein hochklappen der Seitenteile bei Wind oder im Galopp
  • Designed und hergestellt in Handarbeit in Berlin

*** Was sich in weiteren Tests bewähren muss:

  • Wasserundurchlässigkeit bei Starkregen
  • Langlebigkeit des Materials und der Spezialverschlüsse
 
Was man verbessern bzw. weiterentwickeln könnte:

  • Weitere Stofffarben zur Auswahl anbieten
  • Tasche für Decke mit Karabiner zur Befestigung am Sattel